25. Januar 2026
Update Safe-Space-Schalke
Wie bereits vom Schalker-Fanprojekt treffend mit "Alles für Schalke - Schalke für Alle" ausgedrückt, soll Fußball in der Arena Auf Schalke für jeden sein. Leider müssen sichtbar queere Personen bei Besuchen von Fußballspielen in Sportstadien damit rechnen, dass sie
1. Anfeindungen und Ausgrenzungen ausgesetzt werden.
2. auf Situationen stoßen, die Hürden und stressige und unangenehme Momente für sie darstellen.
All das sind Gründe, welche queere Menschen dazu bewegen können, Fußballspiele in der Arena Auf Schalke nicht zu besuchen, obwohl die Fans und Mitglieder des FC Gelsenkirchen Schalke 04 e. V. sind.
Mit dem Projekt "Safe-Space-Schalke" starten wir Regenbogenknappe eine Initiative, mit der wir diese Probleme aufdecken, sichtbar machen und lösen möchten. Denn der Besuch eines Fußballspiels unseres FC Schalke soll von Freude und von positiven Emotionen geprägt sein und nicht von Angst und Stress. Die Arena auf Schalke muss ein Safespace für queere Personen werden!
Unterstützte unsere Arbeit und das Projekt "Safe-Space-Schalke" indem du an unserer Umfrage über den folgenden Link teilnimmst:
UMFRAGE BEENDET
Vielen Dank und Glück auf
Eure Regenbogenknappen
24. Januar 2026
Eine Abrechnung mit der eigenen Vergangenheit
Auf Instagram wurden wir als Regenbogenknappen kürzlich mit folgender Nachricht kontaktiert:
„Hallo Sophia, dein aktuelles Engagement bzgl. der Regenbogenknappen finde ich toll. Allerdings frage ich mich, wie das damit zusammenpasst, dass du vor ein paar Jahren noch einem Freund von mir in Köln seinen FC Schal abziehen wolltest.“
Ich (Sophia, Vorständin der Regenbogenknappen) möchte diesen Kommentar nicht einfach so stehen lassen. Ich möchte ihn nutzen, um meinen Weg transparent zu machen. Denn diese Nachricht rührt an einen Teil meines Lebens, den ich lange hinter einer Maske verborgen habe – vor der Welt, aber oft auch vor mir selbst.
Um auf die Nachricht einzugehen, muss ich eine "Gepflogenheit“ innerhalb der organisierten Fankultur erklären. In diesen Kreisen gibt es ungeschriebene Gesetze und eine ganz eigene Symbolik. Viele Gruppen produzieren eigene Materialien, die ausschließlich an ihre Mitglieder verteilt werden.
Innerhalb dieser Kultur wird oft versucht, in den Besitz solcher Materialien von Gruppen anderer Vereine zu kommen. Bis vor einigen Jahren habe ich mich selbst als ein Teil dieser Welt gesehen und habe dieses Auftreten nach außen gelebt.
Eins ist mir dabei wichtig klarzustellen:
Auch wenn ich damals die Rolle des „harten Fans“ eingenommen habe, kam es nie dazu, dass ich tatsächlich einem Menschen körperlich geschadet habe. Auch in der im Kommentar erwähnten Situation ist niemand körperlich zu Schaden gekommen oder hat seinen Besitz verloren. Es blieb beim aggressiven Auftreten – aber dieses Auftreten allein war bereits Teil einer Identität, die nicht meine war.
Bei meiner Geburt wurde mir das männliche Geschlecht zugewiesen. Ich bin mit der Erwartungshaltung meiner Eltern, meiner Geschwister und meines Umfeldes aufgewachsen, genau dieser Rolle zu entsprechen. Kinder sind so gestrickt, dass sie diese Erwartungen unbedingt erfüllen wollen, um dazuzugehören. Also habe ich versucht, das Bild zu bedienen, das auf mich projiziert wurde.
Doch von meiner frühen Pubertät an bis zu meinem Outing mit 26 Jahren war mein Leben ein einziger, extremer innerer Kampf. Über ein Jahrzehnt lang habe ich verzweifelt versucht zu verstehen, wer ich eigentlich bin.
Meine engsten Freunde und Wegbegleiter aus dieser Zeit wissen das. Sie haben diesen jahrelangen Kampf miterlebt. Auch wenn ich nach außen oft anders wirkte, war die Zerrissenheit für die Menschen, die mir wirklich nahestanden, unübersehbar.
Wenn man einen Menschen dazu bringt, eine Rolle einzunehmen, die nicht seinem Wesen entspricht, passiert etwas Automatisches: Diese Person wird die Rolle extrem überperformen, um die eigene Unsicherheit zu kaschieren.
Genau das war mein Weg. Um die Weiblichkeit in mir zum Schweigen zu bringen, suchte ich mir extreme männliche Räume: Ich spielte American Football und wurde "Allesfahrer" für Schalke. Mein damaliges Auftreten – wie in Köln – war Teil dieser Maskerade. Ich wollte beweisen, dass ich einer der "harten Kerle" im Block bin, damit niemand meine wahren Gefühle dahinter vermutet. Dieses aggressive Gehabe war ein Schutzwall um mein wahres Ich.
In den letzten zwei Jahren vor meinem Outing ging es mir jedoch zunehmend schlechter. Die Maske wurde zur Last, die mich erdrückte. Ich war kaum noch fähig zu echter sozialer Interaktion. In Gruppen zog ich mich hinter mein Smartphone zurück oder versuchte, den Schmerz mit viel Alkohol zu betäuben.
Ich war emotional kaum noch existent. Wenn in der Arena ein Tor für Schalke fiel und tausende Menschen um mich herum in Ekstase jubelten, habe ich mitgejubelt. Aber nicht, weil ich euphorisch war – sondern weil ich wusste, dass es von mir erwartet wurde. Ich habe die Emotionen der anderen nur noch gespiegelt. Innerlich habe ich in diesen Momenten absolut gar nichts mehr gefühlt. Ich war ein Fremdkörper in meinem eigenen Leben.
Mit meinem Outing und dem Beginn meiner Transition änderte sich alles. Plötzlich war ich sichtbar trans – und die Arena fühlte sich plötzlich wie ein feindseliger Ort an. Ich spürte die ständige Angst vor Angriffen und empfand oft tiefe Scham. Mein damaliges Umfeld im Stadion konnte meine Situation nicht verstehen und war entsprechend nicht bereit, mich in dieser neuen Offenheit zu unterstützen. Deshalb habe ich vor fast drei Jahren einen harten Cut gemacht. Ich war seitdem in keinem einzigen Stadion mehr. Ich musste mich komplett zurückziehen, um mich auf meinen Weg zu konzentrieren und die Person zu werden, die ich wirklich bin.
Dass ich heute im Vorstand der Regenbogenknappen bin, ist die logische Konsequenz aus diesem schmerzhaften Weg. Ich kenne beide Seiten: Die Dynamik der organisierten Fankultur ebenso wie das Gefühl der totalen emotionalen Taubheit und Schutzlosigkeit.
Ich brauche keine Maske mehr und ich muss mich nicht mehr durch Aggression beweisen. Mein Ziel ist ein Schalke, auf dem niemand mehr diesen „harten Cut“ machen muss oder innerlich abstumpft, nur um dazuzugehören. Ich möchte, dass die Arena ein Ort wird, an dem Respekt und Vielfalt gelebt werden – damit jeder Fan wieder mit echtem, ehrlichem Herzen jubeln kann.
Glück auf, Sophia
07. Januar 2026
Startschuss des Projektes "Safespace Schalke"
20. Dezember 2025
Die Regenbogenknappen e.V. wählen auf ihrer Jahreshauptversammlung in Bochum ihren neuen Vorstand
07. September 2025
Teilnahme an der QFF Vollversammlung in Bradford
Vom 05.09.2025 bis zum 07.09.2025 fand in Bradford die Vollversammlung des Netzwerk der Schwul-Lesbischen Fußball Fanclubs (QFF) statt - Die Regenbogenknappen waren dabei. Hier ein Bericht unseres Vorstandsmitgliedes Lars Hilsmann - Bradford - Lars Hilsmann | story.one
Martin aus meinem Fanclub kam mal wieder mit einer besonderen Idee auf mich zu: “Hättest du Lust, mit mir nach Bradford zum QFF-Treffen zu fliegen?“ Bradford? Wo ist das überhaupt? Wenigstens wusste ich schon, dass QFF die Abkürzung für Queer Football Fanclubs ist. Vor 2 Jahren kam eine ähnliche Anfrage von Martin, als wir eine Stadiontour durch Manchester und Liverpool gemacht haben. Es sollte England bleiben, dieses Mal halt Bradford.
Eine Reise nach England ist mittlerweile mit deutlich mehr Aufwand verbunden als vor dem Brexit. Ich musste einen neuen Reisepass und ETA (Visum) beantragen. Dieses Mal wusste ich aber früh genug Bescheid, um mich um alles zu kümmern. Letzte Woche Freitag war es dann soweit. Der Wecker stand auf 3:30 Uhr. Es ging zum Bremer Flughafen, um mich dann mit Martin in Amsterdam zu treffen. Er kommt aus Heilbronn in Baden-Württemberg. Die Mitte von Bremen und Heilbronn ist natürlich Amsterdam! Von da aus ging es weiter nach Bradford. Der erste Programmpunkt war für 16 Uhr angedacht, weswegen wir noch Zeit hatten, uns die Stadt anzugucken. Nachdem wir unseren Fanschal ausgepackt hatten, wurden wir direkt freundlich angesprochen. Tatsächlich ist Bradford dieses Jahr auch die Kulturhauptstadt von UK, weswegen alles noch gastfreundlicher wirkte.
Nach einem dringend notwendigen Mittagsschlaf ging es in die Hotellobby, wo alle schon warteten. Wir wurden auf Englisch begrüßt, in der Sprache ich mich nicht so sattelfest fühle. Ich verstehe zwar fast alles, aber tue mich mit dem Sprechen schwer. Es begann mit einer Stadtführung von Lindsay, die die Planung für das Wochenende übernommen hatte. Bradford hatte sogar Handelsbeziehungen zu Hamm, aus deren Nähe ich ursprünglich komme! Abends ging es dann noch in ein neues Einkaufscenter mit Empfangsgetränken und Livemusik von Ian Bareham, einem wirklich guten Musiker! Der Tag wurde mit einem Theaterstück abgeschlossen, wo auch der Insider “Raise your glass, clap your hands, move your body“ entstanden ist.
Am nächsten Tag stand die eigentliche QFF-Tagung an, wo alle Fanclubs ihre Aktivitäten aus dem letzten Jahr vorgestellt haben und die Wahlen für den Sprecherrat stattfanden. Ein Highlight war das Bewerbungsvideo von Simon, das auch bei der Punktevergabe des Eurovision Songcontest hätte laufen können. Ein weiteres Highlight war das Abendprogramm, als wir in eine Bar gegangen sind, die in den Tunneln von Bradford liegt. Hier warteten bereits singende Drag Queens auf uns. Leider verabschiedete sich die eine recht schnell, aber die andere spielte den DJ und führte uns nach Schließung der Bar noch ein bisschen durch das Nachtleben von Bradford.
Nach 3 ½ Stunden Schlaf klingelte dann schon wieder der Wecker für die Heimreise. Es war aber mal wieder ein unvergessliches Wochenende, das ich vor allem Martin, aber auch dem QFF und Lindsay zu verdanken habe. Vielen Dank! Nächstes Jahr findet das QFF-Treffen in Köln statt, aber mit Martin soll es noch mal zu einer Stadiontour durch London kommen. Ich bin gespannt!
© Lars Hilsmann 2025-09-08
05. Juli 2025
Die Regenbogenknappen bei 1LIVE
10. September 2024
Die Regenbogenknappen beim B2Run auf Schalke
15. März 2024
Diskriminierungssensible Stadionführung auf Schalke
24. Februar 2023
Unser Mitglied - Lars Hilsmann - gibt seinen Debütroman
13. August 2022
Saisoneröffnung mit den Regenbogenknappen auf Schalke
07. August 2019
Stellungnahme der RegenbogenKnappen e.V.
zu den Aussagen des Aufsichtsratsvorsitzenden des FC Schalke 04, Clemens Tönnies, am 01. August 2018 in Paderborn
29. Juni 2019
Mitgliederversammlung
Neben interessanten Berichten aus den Verschiedenen Resorts wurde u.a. ein neuer Vorstand gewählt. Michael, Jörg, Stephan, Ivon und Martin bilden demnach den neuen Vorstand. Unterstützt wird dieser von Natalie, die als Beauftragte im Bereich “Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit" zusätzliche Kompetenzen einbringt. Wir freuen uns auf das neue Geschäftsjahr und die neue Saison!
30. April 2018
Laut gegen rechts!
Wir stellen uns gegen rassistisches und faschistisches Gedankengut, ob in den Parlamenten oder auf den Straßen, am rechten Rand und in der Mitte der Gesellschaft. Wir grenzen niemanden aufgrund von Religion, Geschlecht, Hautfarbe, sexueller Orientierung, ethnischer Herkunft oder anderen Merkmalen aus. In unserer Gesellschaft sollen sich viele verschiedene Menschen zusammenfinden. Es soll zusammen gespielt, gegessen, diskutiert und demonstriert werden.
Wir gehen auf die Straße, wenn rechte Parteien gegen Ausländer hetzen. Wir beziehen Stellung, wenn antisemitische oder anti-islamische Parolen geschwungen werden. Zusammenkommen, zusammenleben, sich verstehen lernen, für einander einstehen, sich mit anderen zusammen tun. Für ein demokratisches, solidarisches und buntes Miteinander in Gelsenkirchen und überall auf der ganzen Welt.
Umsonst und Draußen.
Am 30. April von 18:00 bis 22:00 Uhr auf dem Neumarkt in Gelsenkirchen.
19. April 2018
Launch der Homepage
Heute ist es soweit! Am 19.04.2018 um 19:04 Uhr geht unsere Homepage online! Viel Spaß beim Surfen!
07. Oktober 2017
Offiziell Mitglied bei QFF!
Seit heute, um kurz vor 12, sind wir im Signal-Iduna-Park(!) offiziell als Mitglied beim LGBT-Netzwerk QFF - Queer Football Fanclubs aufgenommen worden!
02. Oktober 2017
Trauung Holger & Jörg
Heute war für uns RegenbogenKnappen ein besonderer Tag! Unsere Mitglieder Holger und Jörg haben sich heute (wieder) das Ja-Wort gegeben und sind nun auch offiziell ein Ehepaar. Standesbeamter war niemand anderes als Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski.
02. September 2017
Come-Together-Cup auf Schalke
Im Vordergrund stand die Idee "ein sichtbares Zeichen [...] für Toleranz [zu setzen]" - ein Motto, für das wir ebenfalls stehen, nämlich ein offenes, tolerantes und friedliches Miteinander in einer bunten Gesellschaft!
Nachdem wir den Fun-Pokal für die "Schwimmenste Abwehr" überreicht bekamen (ein großes Dankeschön an dieser Stelle ;-) ), schafften wir es tatsächlich als 04. der Gruppe D in das Achtelfinale, wo wir uns gegen starke Alte Teutonen geschlagen geben mussten.
An dieser Stelle auch ein dickes Dankeschön an ALLE Teilnehmer und Organisatoren des Come-Together-Cups, besonders natürlich an Andreas Stiene und die Sieger, FC Klabusterbeeren. Emotionales Highlight des Turniers war außerdem der "Moment of Silence"!